“Schauspiel” – Poesie von Schülern

Von Doro Witt –
In diesem Schauspiel kein Getänzel,
Kein Gelächter, keine Komik.
Menschen schleifend über den Boden bewegend,
wie Marionetten gar,
nur hält der Kopf sich ganz allein aufrecht,
Spannen dünne Fäden sich in ihnen,
schnüren ein, töten ab.
Die Stille schreiend während die Bühne verstummt,
Nicht ein Wort, so viel gesagt.
Tief in sich festgebunden,
schnürend, fesselnd,
Luft wegbleiben zu vermögen,
Doch mit jedem Atemzug ein Schritt nach vorn.

Jeder Atemzug mehr ein Stöhnen gar,
und jeder Schritt dem Abgrund näher reichend,
doch lächelnd ertragene Kulleraugen.
Schweigen während die Stille ihr Liedlein singt,
dem kein starrer Körper ein Wippen schenkt.
Überstreckte Puppenköpfe, einer dem anderen gleichend,
weit aufgerissene Augen, ins Leere starrend,
so viel starrt in so wenig,
wenn nun Vision, dann Tunnelblick.
Ohne Makel, doch nur Maskerade,
Staub der Puderquaste die Luft beschwert.
Programmiert, gesteuert, einstudiert,
als ob jeder auf das Ende zielte,
auf den Applaus des Abschieds,
Verbeugen, aus.
Als wenn ein Faden sie zieht bis zum Schluss,
Dem Schluss, dem Sinn.
Einstudiert, gelernt, Rolle perfektioniert,
Satz auf Satz folgend,
wissend was kommt,
Betonte Monotonie.

Doch wenn das Ende ungewiss,
Der Vorhang sich nicht schließt,
Jeder Fehler dem Publikum gegenüber,
nur eigene Fehler in sich selbst,
Versagen kompensieren durch Perfektion.
Blick gen Boden.
Warten auf ungewisses Ende,
Protagonist ohne Plan,
Im aufrechten Sturz bis zum Schluss,
Vorhang schließt ohne Beifall,
Kein Drängen auf Zugabe.
Schauspiel ohne Plan,
Rasende Uhrzeiger ohne Zeit,
Gelebt ohne Leben,
Ende ohne Anfang?