GAG Ostergeschichte 2017

Von Cecily Bock und Josefine Piezunka – Es ist zwar noch einige Monate hin bis Ostern, dennoch kommt hier die traditionelle Ostergeschichte der Graf-Fiti von 2017. Wie jedes Jahr werden einige Lehrer der GAG aufs Korn genommen und in peinliche Situationen manövriert.

Montag nach den Osterferien. An der GAG kehrt der normale Schulalltag wieder ein. Ein Physiker im roten Hilfiger-Shirt und mit perfekter Frisur hastet die Treppe hinauf. Dabei ist er so in Gedanken, dass er mit einem großen, sportlichen Mann in kurzer Hose zusammenstößt. Zettel fliegen in alle Richtungen und beginnen langsam wieder zu Boden zu flattern. Physiker und Sportler legen gleichzeitig mit dem Fluchen los. „Mann! Pass doch auf, wo du hinläufst!“, meckert der Sportler. Der Physiker grummelt etwas Unverständliches und bückt sich nach den Zetteln. „Jetzt hab‘ ich Facharbeitensalat… Du kannst genauso gut auf den Weg achten!“, lautet seine Antwort. Ohne weiter darauf einzugehen fängt der Sportler an zu stutzen: „Was ist denn mit deinen Händen passiert? Bist du auf Kunstlehrer umgestiegen?“ Der Physiker folgte seinem Blick zu seinen mit Farbe beschmierten Händen und verdrehte die Augen: „Lange Geschichte…“ – „Die will ich zu gern hören!“ – „Willst du nicht.“ – „Will ich doch!“ – „Himmel, von mir aus! Also, das war so…“ Mit diesen Worten richtete sich der Physiker wieder auf.

Drei Wochen zuvor…

Der Physiker mit der perfekten Frisur schlenderte den Flur entlang als sein schwarzhaariger Kollege ihn aufhielt. „Guten Morgen!“, rief ihm dieser zu. „Du kannst das einen guten Morgen nennen… immerhin hast du einen besseren Kaffee als den im Lehrerzimmer!“, beschwerte sich der perfekt Frisierte. „Ach komm schon! Die Frisur sitzt und bald sind Ferien“, entgegnete der andere. „Frühling ist nicht meine Zeit. Da gibt es immer so viele Einflüsse der Natur auf die Versuche! Und die Kollegen drehen wegen Ostern ab!“ – „Das sagst du zu jeder Jahreszeit. Apropos Ostern: Was hältst du davon, Eier zu bemalen?“, fragte der Schwarzhaarige. „Eier bemalen? Bin ich Kunstlehrer?!“ – „Alle anderen machen auch mit. Also musst du auch!“ Bevor der Physiker mit der perfekten Frisur sich beschweren konnte, drehte sich der andere mit der Kaffeetasse um und ging in sein Büro. Seufzend blieb der Physiker zurück. „Ich und Eier bemalen… Pff! Seh‘ ich so aus?!“, meckerte er und verzog sich in seinen geliebten Physikraum zurück. Dort traf er auf seinen blonden Kollegen. „Sag mal… Hast du schon von er dieser Eiersache gehört?, fragte er ihn. „Wie jetzt? Willst du welche legen?, neckte ihn der Blonde. „Sehr witzig“, antwortete der Erste genervt. „ Du kannst schon mal deine Pinsel auspacken.“ – „Wie, Pinsel auspacken?! Träum weiter, ich hab‘s nicht so mit Farben!“, entgegnete der Blonde, während er an dem perfekt Frisierten vorbeisah. Dieser blickte ihn verwirrt an: „Was ist denn hinter mir so interessant?“ – „Äh…“
Den Flur entlang kam ein Franzose mit Bart, in den Händen zwölf Eierkartons übereinander gestapelt. Er schien sichtliche Schwierigkeiten damit zu haben, keinen fallen zu lassen. „Das glaub‘ ich jetzt nicht! Was“, meinte der Physiker mit dem Hilfiger-Shirt, „sollen wir denn mit 120 bunten Eiern?!“ Der Franzose blickte auf und blieb stehen: „Essen? Außerdem ist das nicht einmal ein Zehntel davon.“ Der Blonde hob die Augenbrauen: „Wir füttern die Schüler in nächster Zeit nur mit bunten Eiern?“ – „Warum nicht? Sind gesund.“ – „Selbst ich weiß, dass das zu viel ist! Und ich bin kein Biologe!“, entgegnete der perfekt Frisierte Physiker. Wo sollen wir das überhaupt machen?“, fragte er. „Naja, im Lehrerzimmer ist nicht genug Platz, also müssen wir auf die Fachräume ausweichen. Ihr lebt da doch sowieso schon“, antwortete der Franzose. „Bist du verrückt?! Die Luftfeuchtigkeit!“, mischte sich der Blonde entsetzt ein. „Und wenn sich ein gewisser schwarzhaariger Kollege an der Deko vergreift?“, gab der Dunkelhaarige zu bedenken. „Das dürfen wir nicht zulassen!“ Der Physiker mit der perfekten Frisur eskalierte beinahe. Der Franzose zuckte nur mit den Schultern. „Es ist bereits beschlossen. Da könnt ihr nun nichts mehr tun.“, antwortete er, als auch schon jede Menge anderer Lehrer in den Physikraum stürmten. Es wurde ein heilloses Durcheinander.
Plötzlich betrat ein schwarz gekleideter Mann den Raum und es wurde schlagartig still. Der perfekt frisierte begann zu zittern. „Der Feind…“, stammelte er und fiel zu Boden. „Vorsicht der Farbtopf“, versuchte der Blonde ihn noch zu warnen, doch der Physiker war schon in diesem gelandet. „Farbige Eier sind in dieser Schule nicht gestattet.“, kommentierte der schwarz gekleidete Mann und verließ den Raum.

„Tja, jetzt kennst du die Geschichte.“ – „Nur um mir zu erzählen, dass du in einen Farbtopf gefallen bist hast du so weit ausgeholt?“, fragte der Sportler. „Manche Geschichten sind es wert erzählt zu werden“, antwortete der Physiker erschöpft, sammelte die Facharbeiten und verzog sich in seinen geliebten Physikraum.

(Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag erschien das erste Mal in der Graf-Fiti Osterausgabe 2017)