Fünf Klassiker zur Weihnachtszeit

Von Johanna Götz – Bevor wir alle am 31.12 das Ende des Jahres feiern, beginnt die schönste Zeit des Jahres: Die Weihnachtszeit. Draußen wird es kälter und dunkler, sodass man am liebsten Zeit Zuhause verbringt. Um die Zeit, die man in einer Decke eingewickelt im Bett oder auf dem Sofa vor dem Kamin verbringt noch zu verschönern, gibt es zahlreiche Filme und Romane in deren Welten man gerne eintaucht und mit den Protagonisten zusammen dem Weihnachtsfest entgegenfiebert. Doch damit man in dieser Fülle an Möglichkeiten nicht untergeht, möchte ich euch fünf Besondere vorstellen.

1.) Der Polar-Express

In diesem amerikanischen, computeranimierten Film geht es um einen kleinen Jungen, der in der Weihnachtsnacht über die Existenz des Weihnachtsmanns nachdenkend von den Geräuschen eines Zuges, der den Namen „Polarexpress“ trägt, gestört wird. Irritiert steigt der Junge ein und begibt sich, zusammen mit einer Reihe anderer Kinder, auf den Weg zum Nordpol, wo er nicht nur den Weihnachtsmann trifft, sondern auch mit dem Glauben an Weihnachten konfrontiert wird.

Viele kennen diesen Film, der nicht nur für die jüngeren Kinder interessant ist. Neben wunderschön animierten Bildern, lustigen Szenen und Weihnachtsliedern, bei denen man am liebsten mitsingen möchte, bringt der Film Anregungen zum Nachdenken über die Bedeutung und Glauben von und an Weihnachten.

2.) A Christmas Carol

Ein etwas älterer, aber dennoch sehenswerter Film aus dem Jahr 1984, der auf einem gleichnamigen Roman von Charles Dickens beruht ist „A Christmas Carol“ (Deutsch: Eine Weihnachtsgeschichte). In dem Film geht es um den, als hartherzigsten Geizkragen Londons bekannten, alten Herrn Ebenezer Scrooge, der Weihnachten für reine Geld- und Zeitverschwendung hält und gerade für mittellose Menschen nichts übrig hat.

Titelblatt der Erstausgabe von A Christmas Carol – Bild: Wikipedia

In der Weihnachtsnacht erscheint ihm zunächst der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley und schließlich noch drei weitere: der Geist der vergangenen Weihnacht, der gegenwärtigen Weihnacht und zuletzt der zukünftigen Weihnacht. Alle drei sollen Scrooges Leben und Haltung gegenüber anderen Menschen von Grund auf ändern.

Man sollte zur Weihnachtszeit bedenken, dass es nicht nur um Geld und Arbeit, sondern auch um Familie und Beisammensein geht. Dieser Film stellt gerade dies sehr schön in den Vordergrund und bringt den Zuschauer damit zum Nachdenken. Desweiteren bekommt man durch die Darstellung eines in Schatten und Dunkelheit liegenden London, in dem in den Häusern schließlich das Weihnachtsfest im Kerzenschein gefeiert wird, eine leicht romantische, aber auch besinnliche Stimmung, die uns ganz und gar das Gefühl von Geborgenheit und Gemeinsamkeit gibt.

3.) Der Nussknacker

Dies ist vor allem für Liebhaber der klassischen Musik ein Muss zur Weihnachtszeit. Zunächst wurde es von E. T. A. Hoffmann geschrieben und später von Tschaikowsky mit selbst komponierter Musik unterstützt. Das mittlerweile auf verschiedene Art inszenierte Ballettstück handelt von dem kleinen Mädchen Klara, die am Weihnachtsabend von ihrem Patenonkel Droßelmeyer einen kleinen Nussknacker geschenkt bekommt. In der kommenden Nacht schläft sie unter dem Weihnachtsbaum ein und träumt davon, dass die kleine Holzfigur in dieser Nacht in einem bemerkenswerten Kampf als Anführer gegen die Mäusehorden kämpft. Nachdem er schließlich den Mäusekönig besiegt hat, entführt er Klara, die sich wünschte, dass sich der Nussknacker in einen Prinzen verwandeln würde, durch das Schneeland in die Welt der Zuckerfee.

Ein Stück das einfach nur bezaubert. Der Zuschauer wird aus dem Alltag in eine mit Träumen und Sehnsucht gefüllte, fantasievolle Welt entführt, die uns dem Weihnachtsstress und dem Alttag entkommen lässt. Wir werden in den Bann einer Welt gezogen, die wir sonst nirgendwo auf diese Weise entdecken können, womit das Stück nicht nur für jung und alt eine Bezauberung darstellt, sondern auch alle fesselt, die sonst nicht so viel mit klassischer Musik am Hut haben.

4.) Wunder einer Winternacht

Ein Roman der viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Die Geschichte stammt aus der Feder des Autoren Marko Leino und handelt von der wahren Geschichte des Weihnachtsmanns:

Ziemlich weit oben im Norden soll der kleine Nikolas leben, der bei einem tragischen Unfall kurz vor Weihnachten seine Familie verliert und daraufhin von einem kleinen Dorf aufgenommen wird, das jedoch so arm ist, dass Nikolas jedes Jahr zu Weihnachten die Familie wechseln muss. Gleichzeitig schnitzt er aus Dankbarkeit jedoch jeder Familie Geschenke für den Heiligen Abend. Zuletzt kommt der kleine Junge zu dem bösartigen Tischler Isaaki, der Kinder hasst. Bis dieser Nikolas Talent im Umgang mit Holz entdeckt….

Ohne zu viel zu verraten: Am Ende ist man als Leser überzeugt, dass der Weihnachtsmann doch nicht von Coca-Cola erfunden wurde. Mit viel Charme und Dramatik wird eine Geschichte geschildert, die nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern den Leser auch mit Dankbarkeit erfüllt. Gerade die Hoffnung des kleinen Jungens, der trotz all dem was er erleben muss niemals aufgibt und stets an das Gute im Menschen glaubt, wird auch auf den Leser übertragen und gibt einem das Gefühl, dass man für seine Träume und Ziele im kommenden Jahr kämpfen sollte und dass man, mit dem Glauben, dass man es schaffen kann, diese auch erreichen kann.

Für diejenigen, die nicht unbedingt gerne lesen gibt es seit 2007 auch einen (in Finnland produzierten) Film.

5.) Hinter verzauberten Fenstern

Bei dem Buch „Hinter verzauberten Fenstern“ handelt es sich um eine geheimnisvolle Adventsgeschichte, die sich an die jüngeren Schülerinnen und Schüler richtet.

Gerade die älteren Geschwister kennen es: Die kleineren Brüder und Schwestern bekommen immer das Bessere. Genauso geht es auch Julia, die auf ihren kleinen Bruder Olli neidisch ist, weil dieser einen Schokoladenadventskalender bekommt und sie nur einen aus Papier mit Bildern. Voll Missmut öffnet Julia aus Neugier dann aber doch das erste Fenster und bemerkt, dass das Haus bewohnt ist. Zunächst ist sie verwundert. Doch schon bald beginnt ein ungewöhnliches Abenteuer.

Das Buch fesselt und bringt euch in eine fantastische, winterliche aber auch alltagsnahe Welt, in der ihr unter anderem total liebe und sympathische Personen, wie den kleinen Jakobus kennenlernt.

Am Ende findet ihr es vielleicht doch gar nicht so schlecht, dass euer jüngeres Geschwisterkind das bekommt, was zunächst einmal das Bessere zu sein scheint…denn nur ihr alleine könnt ein solches einzigartiges Abenteuer erleben.